Antwort auf offenen Brief

Die nachstehende Mail bekam ich als Antwort auf meinen offenen Brief. Da der Schreiber beim NABU Verantwortung trägt habe ich den Namen geschwärzt. Ich gestehe ausschließlich der Braunschweiger Zeitung zu,  sich von der Authentizität zu überzeugen. Diese Mail hat mich von dem Gedanken beseelt, dass man der Marketingstrategie der Konzerne deutlich konsequenter entgegentreten muss, wenn man nicht möchte, dass die Arbeit von Naturschützern vor Ort systematisch kompromitiert wird.

Ich habe deshalb die Gründung von Querumer Forst e.V. beschlossen. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das wird kein Naturschutzverein sondern ein Verbraucherschutzverein, der sich spezialisiert mit dem Ettikettenschwindel auseinandersetzen wird, der in Sachen „Öko-Partnerschaften“ landauf und landab betrieben wird.


——– Original-Nachricht ——–
Betreff: Re: offener Brief an NABU – Mitglieder
Datum: Thu, 07 Jan 2010 15:45:45 +0100
Von: ************
An: info@querumer-forst.de
Referenzen: <4B43A1F7.5090000@querumer-forst.de>

Sehr geehrter Herr Marwede,

ich finde es sehr gut von Ihnen, sich dieses Themas anzunehmen, und ich
wünsche Ihnen und vor allem dem Querumer Forst viel Glück! Das
grundsätzliche Problem ist überall gleich: Naturschutz allein kann nicht
überleben (was heutzutage an sich schon ein Unzustand ist), darum freut
man sich über jeden Sponsor. Dieser Sponsor aber will Naturschutz meist
nur aus PR-Gründen betreiben (Stichwort Umweltmanagement) und kommt
deshalb früher oder später den Idealen der Naturschutzorganisation in
die Quere.
Und wenns dann soweit ist, findet sich immer ein
realpolitisch orientierter Funktionär der entsprechenden
Naturschutzorganisation, der „Bauernopfer“ begeht … oft ist das
ökologisch verwerflich und gleichzeitig ökonomisch nachvollziehbar …
solche Funktionäre müssen immerhin einen äußerst problematischen Spagat
vollziehen zwischen Idealismus und Überleben.

Man würde sich wünschen, daß seriöse Naturschutzorganisationen
unabhängig arbeiten könnten, sprich, von staatlicher Seite finanziell
getragen würden. Dann müßte man nicht mit VW und vielen anderen
Konzernen paktieren und könnte immer objektiv agieren. Fest steht
jedenfalls, daß nicht nur der NABU viele kleine Projekte (wie unser
************) schließen müßte, wenn man sich solche wirtschaftlich
potenten Partner vom Leibe hielte.

Mit freundlichem Gruß,

************

PS.:[…]  ich habe gar kein Recht, eine offizielle Meinung als NABU-Repräsentant zu vertreten – ich habe also nur meine persönlichen Privatansichten dargelegt (Sie merken schon … ich sichere mich ab …). Viel Glück! Bitte hören Sie nie auf, sich für unsere Natur und damit für unseren Planeten einzusetzen.


Diese Mail hat mich einerseits entsetzt und andererseits ermutigt. Insbesondere hat sie mich veranlasst, folgendes Statement gg. Naturschützern vor Ort sowie Volkswagen- und NABU-Verantwortlichen abzugeben:


Hallo in die Runde,

untenstehende Mail nur mal als Auszug aus den Reaktionen im NABU auf meinen offenen Brief. An die Zeitung gerichtet: Das Original können Sie hier zur Verifikation einsehen, wenn Sie möchten.

Ich will aber keine „Leute namentlich hinhängen“. Von ähnlicher Qualität liegen mir noch einige weitere Unterlagen vor, und insbesondere die Telefonate die wir hier zahlreich führen deuten an, dass längst nicht alle NABU-Mitglieder glücklich mit der Vorgehensweise ihres „Mutterverbandes“ sind.

Ich erinnere bei der Gelegenheit im übrigen daran, dass mir gegenüber eine Führungskraft von Volkswagen den NABU als „Tochtergesellschaft“ von Volkswagen bezeichnet hat.

Ich hoffe sehr, dass der NABU sich künftig intern mehr Fragen zur Geschäftsstrategie stellen lassen muss als bisher! Und ich hoffe nach wie vor, dass er möglicherweise doch noch umkehrt.

Ich nehme diese Mail zu den Akten für mein Schreiben an das Amtsgericht Stuttgart. Dieses werde ich bitten, die Frage der Gemeinnützigkeit des NABU neu prüfen.

Kleines „Schmankerl“ am Rande: Wofür braucht eigentlich ein „Gemeinnütziger“ Verein eine Umsatzsteueridentifikationsnummer?

http://www.nabu.de/impressum/

An die Herren von Volkswagen gerichtet: Ich werde in der nächsten Zeit eine ausführliche öffentliche Debatte über das Thema „greenwashing“ anstoßen, und www.querumer-forst.de wird nur das Synonym für dieses (den Verbraucher täuschende) Problem sein. Der Verein Querumer Forst e.V., den ich in den nächsten Wochen gründe wird in Zukunft Ihr „grün-blaues“ Gewissen sein.

Insbesondere wird die Aufgabe dieses Vereins allerdings sein, die Arbeit der „gemeinnützigen Naturschutzkonzerne“ zu hinterfragen, – die wie z.B.  der NABU 21 Millionen Euro pro Jahr einnehmen, und ihre Ortsgruppen (da wo WIRKLICH Naturschutz betrieben wird!!) auf Defiziten für Gerichtsprozesse sitzen lassen, so dass diese letztlich insolvenzgefährdet aus ihren ansonsten absolut integeren Aktivitäten hervorgehen.

Auch Verbraucherschutz ist ein gemeinnütziger Zweck – und dem werde ich mich künftig verschreiben. Erste NABU-Mitglieder denken darüber nach, diesem Gedanken beizutreten – und ich hoffe sehr, dass den Beteiligten nun langsam klarer wird, dass www.Querumer-Forst.de kein Problem ist, das übermorgen vorbei ist, weil dann sowieso eine andere Sau durch das Dorf getrieben wird. Vgl.: Wer redet derzeit eigentlich noch von der Asse? Jetzt geht es erstmal um den Wald!

Nochmals an die Herren von Volkswagen gerichtet: Mir wird aus unmittelbarer Umgebung der bei Ihnen verantwortlichen Kommunikationsleute zugetragen, dass Sie fest damit rechnen, dass dieses Thema ein zeitlich eng begrenztes Thema sein wird. Rechnen Sie damit nicht zu fest!

Und abschließend an den NABU gerichtet meine immer gleiche Forderung: Werden Sie Ihrer Satzung gerecht!

Viele Grüße
Ihr
Klaus Marwede
http://www.querumer-forst.de