Runder Tisch


Der nachstehende Text ist mit dem Landesbischof, Prof. Dr. Weber, abgestimmt:

Am 18. Januar 2010 fand in den Räumen der Kirche Waggum das Gespräch mit Landesbischof Prof. Dr. Weber statt, zu dem Pastor Dedekind eingeladen hatte. Wie erwartet war von den „Bauherren“ niemand der Einladung der Kirche gefolgt, was sehr schade ist, denn es wurde eine Chance vertan, den sozialen Frieden vor Ort wieder herzustellen.

Die Bürgerinitiativen haben in mehreren Wortbeiträgen in aller Ruhe vortragen können, warum ihnen das Vertrauen in die Integrität des Planfeststellungsverfahrens fehlt. Hier spielten sowohl technische als auch Naturthemen die zentrale Rolle. Ferner konnten insbesondere Dr. Isensee und Ralf Beyer noch einmal in Ruhe darstellen wie sich der Protest gegen den Flughafenausbau über viele Jahre nur zäh aufrecht erhalten ließ, um sodann (als die Rodungen losgingen) in kurzer Zeit
massiv zuzunehmen.

Bei der Verzweiflung der Bürger spielt eine wesentliche Rolle, dass die Entscheidungsebenen und Zuständigkeiten sehr verschachtelt sind, sodass es sehr schwierig ist mit den Entscheidungsträgern zu kommunizieren.

Letztlich wurde ein Kompromissvorschlag übergeben, der auch Gegenstand einer Fraktionsvorlage ist. Hierbei geht es um eine Verlängerung der Start-/Landebahn auf 2.100 Meter statt auf 2.300 Meter, – was zwei wesentliche Vorteile hätte:

  • Die Ostumgehen wäre möglich.
  • Es bliebe eine „Waldspange“ stehen.

Soweit zu den Inhalten der Bürgerinitiativen.

Bischof Weber verdeutlichte in seinen Redebeiträgen zunächst die politische Neutralität der Kirche und löste einige Missverständnisse über Eigentumsverhältnisse in der Stiftung auf. Ferner verdeutlichte er welche Möglichkeiten der Einflußnahme Kirche hat bzw. nicht hat.

Seine Aufgabe beschrieb Landesbischof Weber letztlich so, dass er sich als Bischof für den sozialen Frieden mitverantwortlich fühlt – nicht aber für konkrete Entscheidungen. Sehr deutlich war Bischof Weber dann aber trotzdem in zwei Punkten, und die Anwesenden begrüßten das sehr:

  • Er wird die „Bauherrn“ noch einmal über den von Piloten erarbeiteten Kompromissvorschlag informieren und Gespräche hierüber anregen. Dabei wird er auch die Forderung nach einem Moratorium, weiterleiten.
  • Er sagt sehr fest zu, dass es nicht dazu kommen wird, dass Geldzahlungen statt Ersatzmaßnahmen stattfinden. D.h. die Flughafengesellschaft wird sich von den zugesagten Ersatzmaßnahmen nicht freikaufen können.

Der Landesbischof zitierte aus sehr verbindlich formulierten Schriftwechsel, und machte sehr klar, dass die Ersatzmaßnahmen keinerlei Eventualitäten unterliegen.

Der Landesbischofs ist auf das Thema Erbbaurechtsvertrag nicht näher eingegangen. Hier aber ein Statement der Flughafengesellschaft:

http://data.querumer-forst.de/dateien/pm-rodung-besitzverhaeltnisse.pdf

Alle Beteiligten dankten Herrn Dedekind für die Einladung und Gastfreundschaft und hoffen nun auf den Beginn eines Dialogs mit den „Bauherren“. Einig waren die Anwesenden, dass seitens der Flughafengesellschaft und der Politik eine Chance zum Dialog vertan wurde. Die Aufgeregtheit mit der ich selbst das Fernbleiben des Oberbürgermeisters kommentiere, teilte der Landesbischof nicht, während es von den anwesenden Vertretern der Bürgerinitiativen sehr wohl als erneute Provokation angesehen wurde.

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks
Du musst Dich anmelden um einen Kommentar zu schreiben