Mail an den NABU

So könnte Ihre eMail an den Vorstand von NABU Bundesverband und NABU Landesverband Niedersachsen aussehen … einfach Text  kopieren, vielleicht noch ergänzen (höflich bleiben!)  und unten kommt dann nochmal der  Link mit den Mail-Adressen:


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie auf ein Problem aufmerksam machen, das in der Öffentlichkeit mit Ihrem Verband sowie dem Unternehmen Volkswagen in Verbindung gebracht wird. Bitte schauen Sie sich die nachstehende Internetseite an, die Ihnen sehr deutlich machen wird, dass Sie als Naturschutzverband keinesfalls weiterhin eine „Partnerschaft “ mit einem Gesellschafter der Flughafengesellschaft Braunschweig unterhalten können. Sie stehen sonst in Verbindung mit dem Querumer Forst in deutlichem Widerspruch zur Satzung Ihres Bundesverbandes.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Ihr Verband als einziges noch in der Lage ist an den Vorgängen im Querumer Forst etwas zu ändern. Herrn Marwede setze ich als Betreiber der nachstehenden Internetseite auf CC und ermächtige ihn, eine Kopie dieser Mail auch den Medien zur Verfügung zustellen:

Herzlich willkommen!

Ich schätze den NABU und auch Volkswagen sehr, und ich hoffe, dass Sie Ihrer Verantwortung für die Umwelt auch in dieser Angelegenheit gemeinsam gerecht werden.

Es ist einfach nicht angemessen, dass 60.000 Bäume gefällt werden um einem Unternehmen die Fahrzeit zum Flughafen um ca. 45 Minuten zu verkürzen, und gleichzeitig unterhält der NABU Bundesverband ausgerechnet mit diesem Unternehmen ein gemeinsames Logo! Ich bin sicher, dass sehen Sie bei näherem Hinsehen auch ein.

Oder um deutlich zu werden:

Ihr NABU-Bundes-Verantwortlichen: Lasst VW unter diesen Umständen nicht weiter unter Eure Naturschützer-Decke, sondern stellt VW vor die Alternative: entweder sofortiger Stopp der Holzerei des höchsten Vogel- und Naturschutzgebietes Querumer Forst, oder der Stuhl steht vor der Tür.

Oder seien Sie wenigstens so konsequent, und bauen Sie Ihr o.g. Logo auch auf dieser Seite ein:

http://niedersachsen.nabu.de/oekologischleben/energieundklima/verkehr/11892.html

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Name und Ihre Adresse


Für Ihre eMail nutzen Sie am besten einfach diesen Mail-Link.

  1. 13. Januar 2010, 03:26 | #1

    Antwort des NABU auf diese Mail (an eine Absenderin):


    vielen Dank für Ihre Mail. Lassen Sie mich dazu wie folgt Stellung
    nehmen:

    Der NABU lehnt den geplanten Ausbau des Regionalflughafens Braunschweig
    ab und fordert den Stopp der begonnenen Rodungsarbeiten im Querumer
    Forst!

    Die Planungen für den Flughafenausbau wurden von Beginn an auf allen
    Ebenen ablehnend begleitet. Neben der grundsätzlich falschen
    verkehrspolitischen Zielsetzung spricht im Falle des Braunschweiger
    Regionalflughafens die Zerstörung von fast 90 Hektar Eichen- und
    Hainbuchenwald des Landschaftsschutzgebietes „Querumer Forst und
    angrenzende Landschaftsteile“ gegen das Infrastrukturprojekt.
    Der NABU hat seine Ablehnung in zahlreichen Stellungnahmen – vertreten
    durch den Landesverband Niedersachsen und den NABU Braunschweig – in die
    Planverfahren und die öffentlichen Diskussionen eingebracht. Zusätzlich
    hat der NABU durchsetzen können, dass das Gebiet – trotz der bestehenden
    Planungen und zunächst gegen den Willen der Landesregierung – als
    EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen wurde.

    Ein Schwerpunkt der Aktivitäten waren insbesondere die
    Auseinandersetzungen mit den Fraktionen in den Kommunalparlamenten, die
    Organisation und Beteiligung an öffentlichen Veranstaltungen und die
    Berichterstattung in den regionalen Medien. Ungeachtet dessen haben sich
    die Kommunalparlamente aller an der Betreibergesellschaft des Flughafens
    beteiligten Kommunen in Beschlüssen letztlich für den Flughafenausbau
    ausgesprochen.

    Der NABU hat sich im Planungsprozess mit diversen Stellungnahmen
    eingebracht. Nachdem diese nicht berücksichtigt wurden, wurde der
    Klageweg bis zum Bundesverwaltungsgericht beschritten. Nach dem
    Scheitern der Klage vor dem Oberverwaltungsgericht im Mai 2009 und der
    Ablehnung eine Nichtzulassungsbeschwerde wegen der verweigerten
    Revisionsmöglichkeit durch das Bundesverwaltungsgericht kann der Ausbau
    nur noch durch einen Verzicht der Bauträger verhindert werden. Mit Initiativen, Briefen und öffentlichen Diskussionen versucht der
    NABU daher seit Jahren, die Teilhaber der Flughafengesellschaft zur
    Aufgabe der Pläne zu bewegen – bisher jedoch leider ohne entsprechenden
    Erfolg. Neben der Stadt Braunschweig (42,6 %) und der Volkswagen AG
    (35,6 %) sind die Stadt Wolfsburg (17,8 %) sowie die Landkreise Gifhorn
    (2 %) und Helmstedt (2 %) weitere Gesellschafter.

    Der NABU ist sicherlich der anerkannte Naturschutzverband, der sich –
    auch ohne Rücksicht auf die Kooperation mit der Volkswagen AG – mit
    Abstand am intensivsten und umfangreichsten gegen den Flughafenausbau
    gestellt hat.
    Mit der Volkswagen AG verbindet den NABU Bundesverband seit mehr als 5
    Jahren eine Kooperation, die als Dialogpartnerschaft angelegt ist. Neben
    gemeinsamen Aktivitäten wie zum Beispiel der Durchführung von
    Spritspartrainings oder der Unterstützung bei der Kampagne „Willkommen
    Wolf!“, wird auch die Diskussion zu strittigen Themen organisiert.
    Inhaltlicher Dissens bestand und besteht bei einer Reihe Themen
    (RuÃ?partikelfilter für Dieselfahrzeuge [2004/2005]; CO2-Grenzwerte
    für Neufahrzeuge [2008]). Die Kooperation lebt davon, dass der
    inhaltliche Streit offen und konstruktiv ausgetragen wird. Der NABU
    Bundesverband hat daher auch seine ablehnende Position zum
    Flughafenausbau gegenüber der Volkswagen AG als einem der Anteilseigner
    und wesentlichem Nutzer des Flughafens Braunschweig in vielen Gesprächen
    und Diskussionen deutlich gemacht und sich dazu auch direkt an
    Konzernchef Dr. Martin Winterkorn gewandt. Der NABU fordert ihn auf, für
    Volkswagen auf den Ausbau des Flughafens zu verzichten. Auch wenn es dem
    NABU gelingen würde, Volkswagen noch von einem Verzicht auf den Ausbau
    zu überzeugen, ist allerdings zu befürchten, dass dies nicht automatisch
    das Ende der Ausbaupläne wäre, da die ebenfalls beteiligten Kommunen
    eigene regionalpolitische Interessenslagen verfolgen.
    Die Chancen und Risiken von Wirtschaftskooperationen für den NABU sind
    selbstverständlich immer wieder neu abzuwägen und zu bewerten. Dies galt
    und gilt auch für die Kooperation mit Volkswagen. Für diese Abwägungen
    hat es sich allerdings nicht bewährt, einseitige
    „Ausstiegsbedingungen“ vor zu formulieren. Jede aufkommende
    Diskussion bedarf ihrer eigenen Abwägung.

    Mit einer Beendigung der Kooperation wäre sicher auch der Weg zu
    positiven Ergebnissen der Zusammenarbeit verstellt. Umweltpolitische
    Erfolge, die wir auch durch die Kooperation erzielt haben, wären
    zukünftig nicht mehr möglich. Auch diese Ã?berlegungen flieÃ?en in den
    Diskussionsprozess im NABU ein.
    Mit freundlichen GrüÃ?en

    Dietmar Oeliger
    Referent Verkehrspolitik
    – – – – – –
    NABU
    Bundesgeschäftstelle
    Charitéstr. 3
    10117 Berlin

    Tel. +49 (0)30.28 49 84-1613
    Fax +49 (0)30.28 49 84-3613
    Mobil: 0172.9201823

  2. 13. Januar 2010, 03:29 | #2

    und dazu dann auch meine Antwort, die Sie übrigens auch auf BS-Online finden:

    Hallo Herr Oeliger,

    Also mal ehrlich … ist das nicht ein Grund mehr dass der NABU Bundesverband sich endlich öffentlich distanziert? So geht man mit GUTEN Koooperationspartnern die einem den Nachhaltigkeitsbericht erstellt haben nicht um …

    Davon abgesehen verstehen Sie den Zusammenhang offenbar immer noch nicht: Es kann doch wohl nicht wahr sein, das Sie dieses Logo mit einem Unternehmen verbindet, das einen Flughafen ausbaut – was Sie ablehnen:

    http://www.nabu.de/imperia/md/images/nabude/logos/andere/kampagnen/54.jpg

    Warum bauen Sie das eigentlich hier nicht mal mit ein:
    http://niedersachsen.nabu.de/oekologischleben/energieundklima/verkehr/11892.html

    Das wäre doch dann wenigstens mal was für die Cabaretisten im Lande .

    Mal ehrlich: Wenn ich Sie wäre würde ich anfangen mir über UNICEF Gedanken zu machen! Und ich würde mal nachrechnen, wie viel Geld ich von Volkswagen wirklich kriege … Und ich würde anfangen mir um meine Spendengelder in 2010 und 2011 Sorgen zu machen. Herr Oeliger, Sie unterschätzen die Risiken, die für den NABU in diesem „Stunt“ liegen vollkommen – genau wie Ihr Kooperationspartner, dem ein diskreditiertes Öko-Feigenblatt dann auch nichts mehr nutzen wird …

    NIEMAND der Ihnen aus Naturverbundenheit Geld gespendet hat kann das in Zukunft noch mit gutem Gewissen tun. Ist Ihnen das eigentlich klar? Und was viel schlimmer ist: Wegen diesem Irrsinn muss so mancher jetzt sein Testament ändern (ich auch) …

    Ich habe hier mal was für Sie (aus einer Mail eines Ihrer Diplombiologen:

    ich finde es sehr gut von Ihnen, sich dieses Themas anzunehmen, und ich wünsche Ihnen und vor allem dem Querumer Forst viel Glück! Das grundsätzliche Problem ist überall gleich: Naturschutz allein kann nicht überleben (was heutzutage an sich schon ein Unzustand ist), darum freut man sich über jeden Sponsor. Dieser Sponsor aber will Naturschutz meist nur aus PR-Gründen betreiben (Stichwort Umweltmanagement) und kommt deshalb früher oder später den Idealen der Naturschutzorganisation in die Quere. Und wenns dann soweit ist, findet sich immer ein realpolitisch orientierter Funktionär der entsprechenden Naturschutzorganisation, der „Bauernopfer“ begeht … oft ist das ökologisch verwerflich und gleichzeitig ökonomisch nachvollziehbar …

    Und weiter schreibt er:

    PS.: Derzeit leite ich das ***********. D.h. ich habe gar kein Recht, eine offizielle Meinung als NABU-Repräsentant zu vertreten – ich habe also nur meine persönlichen Privatansichten dargelegt (Sie merken schon … ich sichere mich ab …). Viel Glück! Bitte hören Sie nie auf, sich für unsere Natur und damit für unseren Planeten einzusetzen.

    Was haben Sie da eigentlich für ein Betriebsklima? Dass ein studierter Mann nicht Klartext reden kann ohne sich „abzusichern“. Solche und ähnliche Mails habe ich aus Ihren ca. 340 Orts- und Fachgruppen übrigens duzende bekommen!

    Ich glaube – lieber Herr Oeliger – „Ihr da oben“ schätzt Eure Lage komplett falsch ein!

    Viele Grüße
    Ihr
    Klaus Marwede
    http://www.querumer-forst.de

    PS .. am geilsten finde ich immer noch die Ordnerstrukur beim NABU … schauen Sie sich mal den Link zu dem Logo genauer an .. „Imperia“ … na da gehört sowas wohl auch hin …

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